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jeSET 2012 St. Blasien - A Jesuit Schools European Sports Tournament

Warum Internat am Kolleg St. Blasien?

Eine Elternstimme zum Internatsbesuch am Kolleg St. Blasien

Warum meine Kinder aufs Internat gegangen sind

Anna von Münchhausen, Textchefin der ZEIT

Ist das nicht merkwürdig? Seit dem Siegeszug des Zauberlehrlings Harry Potter möchten Tausende von Jugendlichen am liebsten eine Schule wie Hogwarts besuchen. Ein richtiges Internat, das sei so cool, sagen sie. Gleichzeitig aber gelten Internate unter Erwachsenen, speziell unter Deutschen, im günstigen Fall als elitäre Drillanstalt, meist aber schlicht als Reservat für minderbegabte Schüler aus reichem Hause, denen dort das Abitur hinterhergeworfen wird.

Beides ist natürlich Unsinn. Internate bieten mehr und sie bieten anderes als Halbtagsschulen. Es gibt Heimschulen für Hochbegabte und andere für Schüler, die an öffentlichen Schulen durch den Rost gefallen sind. Es gibt Internate, die Wert legen auf das soziale Lernen, und andere, die sicherheitshalber schon mal Chinesisch auf den Lehrplan gesetzt haben. Solche, die die Hochmusikalischen fördern, und wiederum andere, die Sportcracks trainieren. Mit anderen Worten: Jungen und Mädchen werden sehr viel gezielter begleitet, als das in normalen Schulen möglich ist. Anders als an den 8-bis-13- Uhr-Schulen kann im Internat ein ganzheitlicher Ansatz pädagogisch intensiv verfolgt werden. Zur Schule gehen heißt dann: mit Gleichaltrigen zusammenleben und das Gelernte in der Gemeinschaft anwenden und überprüfen.

Es braucht Mut, den Koffer zu packen, sich von den Mitschülern zu Hause zu verabschieden und weit weg von daheim einen Anfang zu wagen. Aber schon ein paar Wochen später wirken diese Kinder, als seien ihnen Flügel gewachsen, so selbstbewusst und sicher treten sie auf. Dann sprudelt es nur so aus ihnen heraus: vom Dreierzimmer (gemütlich) und von den vielen Regeln (wie soll man sich die bloß merken?), vom Partykeller am Mittwoch (krass!) und vom Handy- oder Computerverbot (bescheuert), vom Essen (fies!), von neuen Freunden (aus München! Aus Mexiko!) und der Astronomie-AG (sauspannend). Sie gewinnen schnell an Profil, diese Jugendlichen, wenn sie sich erst einmal von Muttis Rockzipfel befreit haben. Sie trauen sich etwas und nehmen Herausforderungen an. Dann zeigt sich Überraschendes: Daheim waren ihm Markenklamotten wichtig; im Internat dreht sich alles darum, ob er gut genug rudert, um im Schulachter sitzen zu dürfen. Oder: Zu Hause hatte sie nur Party im Sinn; im Internat leitet sie plötzlich das Schulcafé, organisiert Einkauf und Buchhaltung.

Speziell für Kinder aus dysfunktionalen Familien kann ein Internat die Rettung sein. Auch weil dort Freundschaften geschlossen werden, die ein Leben lang halten. Gemeinsam geht man durch Feuer und Wasser, durch Liebeskummer und Schulärger. Was schweißt mehr zusammen? Ein großes Aber: Niemals sollte ein Kind gegen den eigenen Willen ins Internat geschickt werden. Und niemals sollten Eltern ein Internat auswählen, weil sie sich davon eine großartige Karriere für den Nachwuchs versprechen.

Wir haben unsere Kinder nicht ins Internat geschickt. Sie wollten selbst hin, unbedingt. Was für ein Glück, dass wir es ihnen ermöglichen konnten.

Quelle: ZEIT-Schulführer 2011/12

Im Internat zu leben und zu lernen ist ein besonderer Rahmen, um erwachsen zu werden. Ein Internat kann keine Familie ersetzen, aber es bietet Chancen und Möglichkeiten, die es so zu Hause nicht geben kann.

Leben und lernen in Gemeinschaft

In enger Gemeinschaft mit anderen Gleichaltrigen kann jeder den eigenen Charakter frei entfalten. Die Gemeinschaft bewahrt zugleich davor, einem ungesunden Egoismus zu verfallen. Bei uns am Kolleg leben Schülerinnen und Schüler aus allen Teilen Deutschlands und aus über 20 Nationen der ganzen Welt: Toleranz und Verständnis für andere Kulturen sind bei uns selbstverständlich. Hier wachsen Freundschaften fürs Leben.

Internat ImpressionenInternat Impressionen

Leben und lernen mit Begleitung

Niemand muss im Internat allein zurechtkommen. Wir haben die Situation und die Bedürfnisse jedes Schülers im Blick: Bei Heimweh, Schulfrust, Liebeskummer oder Streit. Die Sorge um den Einzelnen ("Cura personalis") ist seit jeher Hauptanliegen der jesuitischen Erziehung. Das gilt auch für die schulische Förderung. Wir kümmern uns um Lernförderung, Nachhilfe und um Schüler mit besonderen Begabungen.

Internat ImpressionenInternat Impressionen

Leben und lernen in Vielseitigkeit

Schule und Internat bieten Lernerfahrungen und Freizeitaktivitäten in sehr großem Umfang. Das Kolleg hat einen eigenen Sportverein und eine eigene Musikschule. Wer möchte, kann sich im Werkraum betätigen, beim Kollegsfernsehen einbringen oder sich bei der Betreuung der Senioren engagieren. Wir legen Wert auf eine sinnvolle und ausgeglichene Gestaltung der Freizeit am Nachmittag und am Abend.

SozialpraktikumInternat Impressionen

Leben und lernen in einem christlichen Umfeld

Das Kolleg ist ein Jesuitengymnasium mit langer Tradition. Jesuiten und Mitarbeiter prägen das Zusammenleben in einer Weise, dass etwas vom Evangelium Jesu Christi und von den Zielen des Ordensgründers Ignatius von Loyola erfahrbar wird. Das bedeutet nicht, dass alles gelingt. Es bedeutet aber, dass wir uns bemühen, einander respektvoll, ehrlich und fair zu begegnen. Geduld, nüchterner Realismus und Optimismus sind unverzichtbare Grundhaltungen in der jesuitischen Erziehung.

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Das Kolleg St. Blasien ist Mitglied im Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (V.K.I.T.) e. V.